iPhone 11 und 11 Pro im Kameratest: So gut sind die neuen Apple-Smartphones wirklich

iPhone 11 und 11 Pro zeichnen sich im Vergleich zu den Vorgängern vor allem durch die neuen Kameras aus. Lohnt sich die Weiterentwicklung und das Ultraweitwinkel? Wie gut ist die Bildstabilisierung beim Filmen? Anhand der Testfotos von GIGA-Experte Sebastian kann sich jeder diese Frage selbst beantworten.

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Kamera von iPhone 11 und 11 Pro im Test

iPhone 11, 11 Pro und 11 Max besitzen eine Weitwinkelkamera (die Hauptkamera, 26 Millimeter Brennweite auf Kleinbild gerechnet, Blende f/1.8) und eine Ultraweitwinkelkamera (13 Millimeter, f/2.2). Darüber hinaus bieten die beiden Pro-Modelle ein Tele-Modul (52 Millimeter, f/2.0).

Im Folgenden zeigen wir Testbilder und bewerten sie, auch im Vergleich zum iPhone 8 und iPhone XR. Außerdem zeigen wir einen Video-Ausschnitt – wie gut ist hier die Bildqualität? Was taugt die Bildstabilisierung? Los geht es:

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Bevor wir die Details analysieren, ein paar Testaufnahmen (z.T. minimal begradigt, sonst unbearbeitet). Die Hauptkamera des iPhone 11 bildet das Kanzleramt trotz Gegenlicht sehr gut und natürlich ab.

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Auch das Ultraweitwinkel schafft ein sehr gutes Ergebnis und bildet die Schattenpartien gut ab. (Im Normalfall würde man den Boden natürlich nachträglich noch abschneiden).

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Hier darf sich das Ultraweitwinkel des iPhone 11 Pro in einer Gegenlichtaufnahme beweisen. Die Kameralinse ist übrigens so positioniert, dass man bei diesem großen Blickwinkel leicht mal einen Finger mit im Bild hat. Eine andere Positionierung des Kameramoduls wäre also nicht nur sinnvoll, damit das Gerät auf dem Tisch nicht wackelt.

Aus ungefähr der selben Entfernung wie das Foto oben …

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… erhält man mit dem Tele-Modul des iPhone 11 Pro diesen Bildausschnitt. Ein schönes Brennweitenspektrum bieten damit die Pro-Modelle.

Die Kamera-App sieht auf den ersten Blick …

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… vertraut aus. Auf den zweiten fällt auf: Nur der mittlere Ausschnitt wird fotografiert. Um die Seiten anzeigen zu können, verwendet das iPhone 11 Pro das Modul mit dem nächstgrößeren Ausschnitt. Ich finde das irritierend, aber man kann es ausschalten. Ebenfalls nicht optimal gelöst: Die zweite Einstellebene für Seitenverhältnis, Selbstauslöser etc. Die Buttons werden erst links ein- und ausgeblendet, wenn man rechts mittig auf den schlecht sichtbaren Pfeil tippt. Die Einstellungen werden manche sicher vergeblich suchen.

Mit den drei Buttons 0,5x, 1x und 2x wechselt man die Kameramodule. Lässt man den Finger darauf liegen …

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…erscheint ein stufenloses Zoom. Tipp: Statt 0,9x springt man lieber gleich auf 1 – denn dann verwendet das iPhone die bessere Hauptkamera anstelle des Ultraweitwinkels mit Digitalzoom. Übrigens: Auch während des Filmens kann man die Module fließend wechseln – nur nicht in der höchsten Qualitätseinstellung 4K 60p. Hier muss man sich vor dem Aufnahmestart entscheiden, mit welcher Kameralinse man aufnehmen möchte.

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Wo wir schon bei Videos sind: Drücke oben auf Play, hier kommen nämlich Testaufnahmen. Alle Ausschnitte habe ich ohne weiteres Zubehör, ohne Gimbal, aufgenommen. Die Bildstabilisierung ist mittlerweile wirklich beeindruckend. Auch beim Gehen, sogar mit der Tele-Linse. Beim iPhone XR und XS war die Stabilisierung bei 1080p sehr gut, taugte aber bei voller 4K-Auflösung noch nichts.

Das Ultraweitwinkel macht sich in Videos meiner Ansicht nach noch besser als bei Fotos. Denn die niedrigere optische Qualität fällt hier weniger ins Gewicht. Bei guten Lichtverhältnissen wirken „Kamerafahrten“ (zu Fuß …) sehr flüssig.

Manchmal sieht man die Automatiken arbeiten, zum Beispiel wenn das iPhone die passende Belichtung sucht. Fehlerfreie Aufnahmen sind bei dem iPhone (wie auch bei anderen Smartphones) noch nicht selbstverständlich. An dem nahtlosen Zoom von Kameramodul zu Kameramodul kann sich aber manch anderer Hersteller eine Scheibe abschneiden.

Noch eine Bemerkung zur Kamera-App, bevor wir zu Vergleichsaufnahmen und Nachtaufnahmen kommen:

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Die Perspektive auf Fotos kann man nachträglich korrigieren – automatisch und manuell. Das funktioniert sehr gut, ist dank iOS 13 auch auf anderen iPhones verfügbar. Hier das Testbild vom Anfang dieser Galerie als Screenshot in der Fotos-App, inklusive automatischer perspektivischer Korrekturen.

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Zum Vergleich haben wir mit mehreren iPhones eine Zeitungsseite formatfüllend aufgenommen – bei herausfordernd wenig Tageslicht. Links sind jeweils zwei Vergrößerungen zu sehen – die untere zeigt die rechte untere Ecke. Denn an den Randstellen ist die Bildqualität normalerweise deutlich niedriger als in der Bildmitte. Löblich: Bei dieser Aufnahme des iPhone 11 ist der Text noch lesbar.

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Das 11 Pro hat die selben Kameramodule wie das iPhone 11. Kein Wunder also, dass die Ergebnisse im Normalfall nahezu identisch aussehen. Bei diesem Beispiel ist uns das Bild mit dem günstigeren Modell sogar minimal besser gelungen. Ist das nun ein qualitativer Fortschritt gegenüber den Vorgängern?

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Minimal weniger Kontrast zeigt das iPhone XR. Die Schärfe am Rand ist deutlich niedriger, in der Mitte aber ebenfalls sehr gut. Diesem Motiv kommt die etwas höhere Rauschreduzierung im Vergleich zum iPhone 11 zu Gute. Doch nicht grundsätzlich glättet das XR das Bild stärker als das 11er. Bei anderen Motiven haben wir den umgekehrten Fall entdeckt.

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Bei diesem Motiv liefert das iPhone 8 eine fast ebenso gute Schärfe. Gegenüber dem iPhone XR und 11 muss es sich vor allem bei Sonnenschein und Gegenlicht in der Disziplin HDR geschlagen geben.

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Auch mit der Tele-Kamera des iPhone 11 Pro haben wir die Zeitungsseite formatfüllend abgelichtet. Sie löst nicht so gut auf wie das Weitwinkel, die Kontraste sind weniger gut.

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Nun zum Ultraweitwinkel. Die Schärfe ist schlecht, die Vignettierung hoch. Das Beispiel macht deutlich, dass dieses Kameramodul nur bei guten Lichtverhältnissen und passenden Motiven eingesetzt werden sollte – wenn es eben die Stärke des großen Blickwinkels ausspielen kann.

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Zur blauen Stunde schlägt sich das iPhone XR – linkes Foto – gut. Diese Bilder habe ich auf dem iPhone nachträglich perspektivisch korrigiert, an Farben und Helligkeit aber nichts geändert. Das iPhone 11 – rechts – hat hier noch nicht den Nachtmodus eingesetzt. Das Foto wirkt wegen der Kontrastanhebung schärfer. Geschmackssache, denn bei genauerer Betrachtung …

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…  sieht man beim iPhone 11 (rechts) leichte Lichtsäume („Halo“) an den Kanten, vor allem oben am Dach. Ein Schärfe-Trick, der auch bei einigen Systemkameras zu entdecken ist. Qualitativ überzeugen beide iPhone-Fotos – ein tolles Niveau für Smartphones. Das selbe Motiv, 25 Minuten später aufgenommen:

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Nun versinkt das Bild des iPhone XR im Schwarz, während das iPhone 11 durch den Nachtmodus glänzt und das Restlicht wirkungsvoll verarbeitet. Das Bild ist aus freier Hand aufgenommen. Wohl deswegen reizt das neue Apple-Smartphone den Nachtmodus nicht bis 1 (oder gar 2) Sek. Belichtungszeit aus, sondern verwendet 1/8 Sek.

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Das Ultraweitwinkel des iPhone 11 unterstützt den Nachtmodus nicht – schade! RAW-Dateien kann man mit diesem Modul auch nicht abspeichern.

Zum Schluss, vor dem Fazit, noch ein Wort zum Portraitmodus:

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Dank der zwei Kameras kann nun auch das iPhone 11 alle möglichen Objekte im Portraitmodus aufnehmen. Beim Vorgänger, dem XR, klappt das nur mit Personen (Gesichtern). Bei diesen beiden Bildern hat das Spiel mit der Unschärfe gut geklappt. Doch Fehler gibt es weiterhin oft:

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Hier ein komplizierteres Motiv, aufgenommen mit dem iPhone 11 Pro. Am linken Rand und zwischen den Fingern hat iOS die Maskierung vergessen.

Kommen wir zum Fazit:

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Das iPhone 11 Pro besitzt – gemessen an Smartphone-Maßstäben 2019 –  eine hervorragende Kamera. Besonders das wichtigste Modul, das Weitwinkel, beeindruckt in der Qualität, wenngleich der Unterschied zu den Vorgängern oft gering ist. Aber: Dank des Nachtmodus schließt das iPhone endlich zur Konkurrenz auf und liefert auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse. Ein „Killer-Argument“ für ein iPhone der neusten Generation! Die Kontrastbewältigung mit HDR ist wesentlich besser als noch bei dem iPhone 8, wobei die Natürlichkeit gewahrt wird. Das Ultraweitwinkel…

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… zeigt bei genauer Betrachtung optische Schwächen. Bei Tageslicht, hat man ein passendes Motiv, kann es dennoch für beeindruckende Ergebnisse sorgen. Insgesamt ein toller Mehrwert, selbst wenn man es nicht so oft wie erwartet einsetzen wird. Auch Videoaufnahmen machen damit Spaß.

Letzteres gilt übrigens auch für das Tele des iPhone 11 Pro – die Bildstabilisierung ist so gut, dass man selbst herangezoomt filmen kann. Auch wenn diese Linse dem iPhone 11 fehlt, schaffen beide Smartphones in der Kamerawertung die volle Punktzahl.

Kamerawertung:

  • iPhone 11: 5 von 5 Punkten
  • iPhone 11 Pro: 5 von 5 Punkten

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