Ist Zucker wirklich schädlich? – alle Infos

Bei der Diskussion, ob Zucker wirklich schädlich ist, scheiden sich wahrlich die Geister. Oft wird das Süßungsmittel regelrecht verteufelt und von Ernährungsexperten vollkommen gemieden. Doch ob es sich tatsächlich um ein süßes Gift handelt, lesen Sie im Artikel.

Wie schädlich ist Zucker wirklich?

Keine Frage, die Deutschen nehmen zu viel Zucker zu sich. Jeder macht sich Gedanken darüber, wie viel Zucker noch in einem gesunden Rahmen zu sich genommen werden kann.  Aber sollte Zucker wirklich den Status eines Giftes haben und aus unseren Speiseplänen dauerhaft gestrichen werden?

  • Grundsätzlich ist bei solch einer Debatte die Differenzierung wichtig, denn Zucker ist nicht gleich Zucker. Das gefürchtete Süßungsmittel, um das es geht, ist der raffinierte Zucker, auch Haushaltszucker genannt. Hier muss man unterscheiden, denn unter Zucker fallen generell alle Kohlenhydrate, auch die gesunden langkettigen, wie zum Beispiel Stärke.
  • Der gefürchtete Zucker steckt vor allem in Fertigprodukten, Gebäcken, Brot und vielen weiteren Lebensmitteln, die wir täglich verzehren. Und von diesen verzehren wird deutlich zu viel. Denn das größte Problem beim Zuckerkonsum liegt in der Menge. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt jedes Jahr um die  30 Kilogramm Zucker.
  • Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO)maximal 25 Gramm am Tag zu verzehren. Diese Menge bezieht sich auf die freien Zucker, also nicht der Zuckeranteil in bereits verarbeiteten Lebensmitteln. Aber tatsächlich ist es auch möglich, zuckerfrei zu leben. Unser Körper ist nämlich nicht auf freien Zucker angewiesen.
  • Problematisch ist Zucker vor allem auch durch seine Verarbeitung und Resorption im Körper. Nehmen wir Einfachzucker auf, wird dieser von unserem Körper zunächst in Fructose und Glucose gespalten. Die Glucose kann sehr schnell unseren Blutzuckerspiegel erhöhen und liefert uns zügig Energie.
  • Was sich zunächst super anhört, stellt das eigentliche Problem dar: Der Blutzuckerspiegel steigt rasant an, bleibt nur kurz auf einem hohen Niveau und sackt dann schnell wieder ab. Bei einem hohen Zuckerkonsum werden Sie demnach schnell wieder müde und Heißhungerattacken entstehen.
  • So nehmen wir mehr Energie auf als nötig und Übergewicht kann entstehen. Darüber hinaus baut der Körper aus Zucker schnell Körperfett auf, was einen weiteren Risikofaktor für Diabetes Mellitus Typ 2, Adipositas, Arteriosklerose und andere Zivilisationskrankheiten darstellt.

So können Sie Zucker in Ihrer Ernährung reduzieren

Unser übermäßiger Zuckerkonsum ist also tatsächlich problematisch. Denn die Menge macht das Gift und die deutsche Bevölkerung verzehrt immense Mengen des Süßungsmittels. Allerdings können Sie mit einfachen Methoden Ihren Zuckerkonsum reduzieren:

  • Zunächst gilt es die richtigen Lebensmittel auszuwählen. Dabei sollten Sie darauf achten, möglichst wenig Fertigprodukte zu kaufen und zu verzehren, da diese meist große Mengen Zucker enthalten. Wagen Sie beim Einkaufen ruhig einen Blick auf die Zutatenliste. Sie werden überrascht sein, in wie vielen Produkten Zucker steckt.
  • Auch wenn in Obst Fruchtzucker steckt, können Sie dieses weiterhin essen. Da es gleichzeitig wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe liefert, handelt es sich um wertvolle Lebensmittel, die auf Ihrem Speiseplan nicht fehlen sollten.
  • Wichtig ist es auf ausreichend Vollkornprodukte und viel frisches Gemüse zu achten. Vollkornprodukte enthalten gesunden Zucker. Komplexe Kohlenhydrate, die lange satt machen und den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen, ihn aber auch sehr sanft wieder abfallen lassen, können Heißhunger vorbeugen.
  • Außerdem lohnt es sich, manche Lebensmittel auszutauschen. Verwenden Sie beispielsweise statt gesüßtem Joghurt Naturjoghurt. Säfte können Sie als verdünnte Schorlen trinken und den Zucker in Tee und Kaffee kann man sich gut abgewöhnen. Und trinken sollten Sie hauptsächlich Wasser, denn gesüßte Limonaden sind wahre Zuckerbomben.
  • Den raffinierten Zucker können Sie teilweise auch durch Agavendicksaft, Ahornsirup oder Honig austauschen. Diese enthalten tatsächlich auch Glucose und Fructose, aber der Körper kommt durch enthaltene Aminosäuren, Antioxidantien und Vitamine wohl besser mit dem Zuckerabbau zurecht. Darüber hinaus haben Sie eine höhere Süßkraft.
  • Auch backen ohne Zucker ist möglich und lohnenswert. Wie dies gelingen kann, erklären wir Ihnen in einem separaten Praxistipp ganz genau.

In einer gesunden Ernährung sollte Zucker eine sehr kleine Rolle spielen

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