Neue Grafikkarten von AMD: Diese 5 Modelle wurden still und heimlich angekündigt

Bei dem ganzen Trubel rund um Ryzen-3000 und Navi hat fast keiner mitgekriegt, dass AMD sein Portfolio um 5 neue Grafikkarten-Modelle erweitert. Auf dem freien Markt wird man diese Grafikbeschleuniger aber höchstwahrscheinlich nicht finden – und das hat einen guten Grund.  

Neue Grafikkarten von AMD: Diese 5 Modelle wurden still und heimlich angekündigt

Bildquelle: AMD.

Neue Grafikkarten vom AMD: Alter Wein in neuen Schläuchen

Gleich 5 neue Grafikkarten-Modelle wurden auf der offiziellen Webseite von AMD gelistet, eine große Ankündigung seitens des Unternehmens gab es jedoch nicht. Das ist nicht verwunderlich, schließlich handelt es sich bei den 5 „neuen“ Grafikchips nur um Neuauflagen bereits bekannter Modelle aus dem OEM-Bereich.

Die bald erscheinenden Grafikkarten tragen die Bezeichnungen: AMD Radeon RX 640, Radeon 630, Radeon 625, Radeon 620 und  Radeon 610. Die eher leistungsarmen Grafikchips sollen vor allem in günstigen Laptops und Fertig-PCs verbaut werden. Ob sie auch frei erhältlich sein werden, ist bislang noch nicht bekannt.

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Viel getan hat sich im Vergleich zur Vorgänger-Reihe nicht. Die technischen Daten der Radeon RX 640 beispielsweise ähneln zu großen Teilen denen der RX 550X, nur das Speicherinterface wurde von 128 auf 64-bit reduziert. Einige der Modelle wird es zudem in unterschiedlich leistungsstarken Ausführungen geben.

Hier findet ihr die wichtigsten technischen Daten der neuen RX-600er-Reihe in der Übersicht:    

Modell Radeon RX 640 Radeon 630 Radeon 625 Radeon 620 Radeon 610
Compute Units 8/10 8 6 6 5
max. Taktrate 1.287 MHz 1.219 MHz 1.024 MHz 1.024 MHz 1.030 MHz
Shader 512/640 512 384 320/384 320
max. Speichergröße 4 GB GDDR5 4 GB GDDR5 4 GB GDDR5 4 GB DDR3/GDDR5 4 GB GDDR5
Speicherinterface 64-bit 64-bit 64-bit 64-bit 64-bit
Speicherbandbreite 7 GHz 6 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz

Rebranding bei Grafikkarten: Das ist kein Einzelfall

Im Vergleich zur 500er-OEM-Serie wurden nur die Taktraten leicht angehoben. Das legt nahe, dass es auch keine großen Änderungen an der Architektur der neuen Grafikchips gab. Während die Radeon RX 640 immerhin noch auf Polaris basieren sollte, scheint die Architektur der Radeon 625 deutlich älter zu sein. Hier kommt offenbar noch ein Oland-Chip zum Einsatz und setzt damit auf eine Architektur, die ihr Debüt im Jahr 2013 feierte und seitdem immer wieder neu aufgelegt wird.

Es ist also nicht das erste Mal, dass AMD einen Teil seiner Grafikkarten mit einem Rebranding erneut auf den Markt wirft. Auch die Grafikkarten der R7- und R9-300er-Reihe basierten auf der Vorgänger-Serie. Auch hier wurden lediglich die Taktraten angehoben.

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Doch auch Nvidia verfährt nach einem ähnlichen Muster. Der Leistungsunterschied zwischen der neueren MX 250 und der etwas älteren MX 150 fällt ebenfalls sehr marginal aus. Rebranding und Zweitverwertung sind im Grafikkarten-Business also gang und gäbe.

Einen festen Termin für den Marktstart von AMDs neuen Grafikkarten gibt es zwar noch nicht, aktuell geht man jedoch davon aus, dass die Grafikchips im dritten Quartal 2019 in den Verkauf gehen werden.