Planet Zoo: Macht dieses Spiel die Welt ein bisschen besser?

Wem Planet Coaster und Jurassic World Evolution etwas sagt, der weiß, dass die Spieleschmiede Frontier Developments in der ersten Liga der Simulationsspiele zu Hause ist. Ihr neuester Zögling hört auf den Namen Planet Zoo. GIGA-Redakteurin Laura hat den Nachfolger von Zoo Tycoon in der Beta ausgiebig getestet und erzählt etwas Schwank aus ihrer Jugend, vom Gameplay und ob das Game bessere Menschen aus uns macht.

Planet Zoo: Macht dieses Spiel die Welt ein bisschen besser?

Ich habe eine Hassliebe zu Zoos. Als Kind war ich fasziniert davon, die Vielfalt der Arten hautnah erleben zu können. Meine Schwester und ich zwangen unsere Eltern den Zoo jeder Stadt zu betreten, die wir auf unseren Reisen besuchten. Leipzig, Vancouver, Tokyo. Ganz egal.

Doch je älter ich wurde, desto mehr begann die perfekte Fassade des Zoos zu zerfallen. Mehr und mehr fiel mir auf, wie rastlos und lethargisch viele Tierarten hinter Gittern agierten. Noch immer habe ich das Bild eines manischen Wolfes im Kopf, der hilflos von A nach B tingelte. Von dem Sterbe-Video unseres Berliner Eisbären Knut auf YouTube, möchte ich gar nicht sprechen.

Fakt ist, Tiere haben keine gute Zeit in Zoos, aber Planet Zoo gibt euch die Chance das zu ändern.

Werde der beste Zoodirektor aller Zeiten

Planet Zoo lässt euch nicht nur den Zoo eurer Träume kreieren, die Simulation macht ebenfalls darauf aufmerksam, wie wichtig das Wohlbefinden und die Erhaltung der Arten ist. Es ist erstaunlich, wie involviert Mechaniken, die Steuerung und die dynamischen Faktoren sind, die das Gameplay interaktiv gestalten. Denn fast alles, was ihr euch vorstellen könnt, hat Auswirkungen auf das tägliche Wohlbefinden der Tiere.

Sie müssen nicht nur trinken, das passende Futter fressen, einen Rückzugsort und auch Spaß haben, sondern auch passenden Pflanzen und Böden und den richtigen Temperaturen ausgesetzt sein. Eigentlich ist man permanent damit beschäftigt, seinen Tieren hinterher zu räumen.


Der umfangreiche Editor erlaubt die freie Gestaltung der Gehege: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Auch haben Tierarten unterschiedliche Vorstellungen, was wohnlich bedeutet. Während das Gehege für den Schneeleoparden mit Klimaanlagen gekühlt werden muss (was meine innere Greta Thunberg erzürnt), bevorzugt der anfängerfreundliche Kaftanbüffel mehr kurzes als langes Gras und Tiger, die ja nichts anderes als große Katzen sind, lieben natürlich eines: Pappkartons.

Wer keine Lust hat, so lange auf Planet Zoo zu warten, findet hier ein paar alternative Simulatoren:

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Im Grunde genommen steht das Wohl eurer Tiere im Vordergrund. Denn wird diesen Job vernachlässigt, sind nicht nur die Tiere traurig, sondern auch die Besucher sauer. Diese können nämlich Aktivisten auf den Plan rufen, die Besucher abschrecken und sogar für dicke Bußgelder sorgen.


Erzürnt eure Besucher besser nicht, sonst drohen euch wütende Aktivisten.

Neben dem Sturm von mit Megafon bewaffneten Aktivisten, gilt natürlich auch: Je glücklicher die Tiere, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich fortpflanzen. Selbst herangezogene Exemplare lassen sich vorzüglich im Online-Tierhandel verkaufen, der den Spieler mit anderen verknüpft. Für den Verkauf eurer Tiere bekommt ihr Artenerhaltungspunkte, die ihr dazu nutzen könnt, euren Zoo durch andere Spezien zu erweitern. Wer seine Tiere stattdessen lieber auswildert, zahlt ebenfalls auf sein Artenerhaltungspunkte-Konto ein.

Artenschutz und Auswilderung in Planet Zoo

Bemängeln muss ich allerdings, dass die Mechanik der Auswilderung im echten Leben eher holprig funktioniert. Lebewesen, die in Gefangenschaft aufwachsen, sind auf freier Wildbahn selten überlebensfähig und lassen sich nicht auswildern.

Sind neue Jungtiere aufgezogen, müssen sie in Planet Zoo jedoch ausgewildert, verkauft oder abgesondert werden – denn paarungsfähig bedeutet im Tierreich eben auch -willig. Besonders Geschwister sollten nicht im selben Gehege gehalten werden, sonst droht Inzucht und die bedeutet Erbkrankheiten, die wir nicht einmal unseren schlimmsten Feinden wünschen würden.

Die kurzfristige Lösung? Vehütungsmittel. Klingt komisch – ist auch so.


Nachzucht, aber nicht Inzucht, bitte.

Macht Planet Zoo die Welt ein bisschen besser?

Ich weiß nicht, aber Planet Zoo macht uns vor allem achtsamer! Das Spiel zeigt auf spielerische Art und Weise, welche Bedürfnisse unterschiedliche Arten haben und wie wichtig Arten- und Umweltschutz gleichermaßen sind. Auch wenn ich selbst keinen Zoo guten Gewissens mehr betreten kann, bietet Planet Zoo mir die Möglichkeit, meinen inneren Zoodirektor vollends auszuleben. Für mich als alten Zoo-Tycoon-Junkie eine wirklich gelungene Simulation.

Planet Zoo erscheint am 5. November für den PC. Auf Steam ist es bereits vorbestellbar. Freut ihr euch auch bereits auf die Zoo-Simulation? Schreibt es uns gern in die Kommentare.

Videospiele vorbestellen: Eure Meinung ist gefragt

Oftmals fühlt sich die Zeit von der ersten Ankündigung bis zur finalen Veröffentlichung eines Spiels wie eine Ewigkeit an. Das machen sich die Publisher natürlich längst zunutze und locken mit attraktiven Vorbestellungen. Daher fragen wir euch: Wie steht ihr zu dem Thema?