Schächten: Warum Tierschützer dagegen vorgehen

Tagtäglich werden Tiere geschlachtet. Es gibt dabei unterschiedliche Methoden. Das Schächten ist eine Schlachtmethode, die von Tierschützern nicht gern gesehen wird. Wir erklären Ihnen alles rund ums Thema.

Deshalb gehen Tierschützer gegen das Schächten vor

Fleisch ist ein beliebtes Nahrungsmittel. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen ein Tier zu schlachten. Das Schächten ist eine davon.

  • Beim Schächten wird dem Tier ohne Betäubung die Kehle durchgeschnitten, damit es ausblutet.
  • Mit einem dafür vorgesehenen Messer werden dem Tier Luft- und Speiseröhre und die Hauptarterien durchtrennt.
  • Durch den tiefen Schnitt soll das Tier so rasch Blut verlieren, dass es schnell das Bewusstsein verliert.
  • Tierschützer meinen, dass eine sofortige Bewusstlosigkeit auch bei richtigem Durchführen nicht garantiert ist.
  • Da das Schächten ohne Betäubung stattfindet, kann es also sein, dass das Tier bei vollem Bewusstsein einen mehrminütigen Todeskampf durchmacht.
  • Deshalb ist das Schächten in Deutschland verboten.
  • Dennoch ist es erlaubt, Tiere, die im Ausland geschächtet wurden, in Deutschland zu kaufen und verkaufen.
  • Auch kann für das Schächten in Deutschland eine gut begründete Ausnahmeerlaubnis eingeholt werden. Da das Schächten auf religiösen Hintergründen beruht, wird diese öfter erteilt.
  • Beim Schächten soll das Tier komplett ausbluten. Das Betäuben würde das verringern. Tierschützer weisen aber auf die Möglichkeit der elektrischen Betäubung hin, durch die das Tier genauso schnell ausblutet.
  • Ziel der Tierschützer ist es, dass die elektrische Betäubung vor dem Schächten ohne Ausnahmen ausgeführt werden muss.

Die Herkunft des Schächtens

Wie schon erwähnt, ist das Schächten keine willkürlich erdachte Schlachtart.

  • Das Schächten wird im Judentum und Islam verwendet.
  • Juden und Muslime dürfen kein unreines Fleisch verzehren. Durch das rituelle Schächten wird das Fleisch rein und damit essbar.
  • Auch dürfen Gläubige kein Blut zu sich nehmen. Deshalb lassen sie das Tier zuvor komplett ausbluten. Diesen Vorgang nennt man “schächten”.
  • Verletzte und kranke Tiere sind unrein, also nicht “koscher” im Judentum, oder nicht “halal” im Islam. Die Tiere müssen vor dem Schächten in einem guten Zustand sein.
  • Eine Betäubung würde zu einer Verletzung zählen, deshalb lehnen Juden auch die elektrische Betäubung ab. Bei den Muslimen ist umstritten, ob es sich dabei um unreines, oder noch reines Fleisch handelt.
  • Nach dem Schächten wird das Fleisch des toten Tieres noch einmal genau untersucht und nachbehandelt, damit es auch wirklich rein ist.
  • Auch dürfen manche Stücke vom Fleisch generell nicht gegessen werden, weil sie immer als unrein gelten.

Tierschützer sehen das für Juden und Muslime traditionelle Schächten kritisch.

Das ist beim Schächtvorgang verboten

Der Schlachter, auch genannt “Schochet”, muss das Schächten gelernt haben. Er sollte sowohl den Schnitt perfekt beherrschen als auch die richtigen rituellen Worte. Fehler beim Schächten können das Fleisch unrein machen. Diese Fehler können folgende sein:

  • Eine Pause während des Schnitts.
  • Das Drücken der Klinge in den Hals. Das Messer soll sauber schneiden.
  • Das Schneiden an der falschen Stelle am Hals des Tieres.
  • Das Zerreißen statt Zerschneiden der Halsgefäße durch einen zu groben Schnitt.

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