VDSL, LTE, Glasfaser – was ist schneller?

VDSL, LTE oder Glasfaser – Die Datenübertragungsarten sind sehr vielfältig. Doch welche ist eigentlich am schnellsten? Wir haben die drei Internet-Arten durch einen Speedtest gejagt und zeigen Ihnen die Ergebnisse. Zwischen Theorie und Praxis gibt es große Unterschiede.

Vorab: Was bedeuten die Geschwindigkeitsangaben?

Im Folgenden ist immer wieder die Rede von Geschwindigkeiten in Mbit/s – Megabits pro Sekunde. Wirklich viel können Sie mit diesem Wert zunächst nicht anfangen.

  • Um eine anschauliche Datenmenge zu erhalten, teilen Sie die Angaben grob durch 10. Für eine Leitung mit 16 Mbit/s ergibt das einen Wert von 1,6. Das entspricht in etwa Ihrer Download-Geschwindigkeit: 1,6 MByte/s – Megabyte pro Sekunde.
  • Streng genommen müssten Sie die Werte durch 8 teilen. Somit ergibt sich für eine Leitung mit 16 Mbit/s eine Downloadgeschwindigkeit (Downstream) von 2 MByte/s. Diese Werte erreichen Sie aber nur in der Theorie. Die tatsächlichen Geschwindigkeiten sehen meist anders aus.

Platz 3: VDSL zu langsam für die Konkurrenz

VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) ist die wohl herkömmlichste Übertragungsart. Dennoch gibt die Leitung im Vergleich zum Vorgänger DSL einiges her. Die Werte schwanken hier jedoch teilweise sehr stark.

  • Theoretisch erreichen Sie mit einem VDSL-Anschluss eine Downloadgeschwindigkeit von 250 Mbit/s. Der Upload beläuft sich dagegen auf 40 Mbit/s, was vor einigen Jahren beinahe der maximalen Downloadrate entsprach.
  • In der Praxis sieht das ein wenig anders aus: Tatsächlich können Sie meist nur 70 bis 80 Prozent der Geschwindigkeit nutzen.
  • Im Fachjargon wird VDSL als Fiber to the Curb (auf Deutsch: Glasfaser bis zum Bordstein) bezeichnet. Das bedeutet also, dass der längste Weg des Signals über Glasfaser zurückgelegt wird. Es endet jedoch am DSLAM, dem grauen Verteilerkasten an der Straße. Die letzte Strecke legt das Signal über die Kupferleitung bis zu Ihrem Zuhause zurück. Je weiter Sie vom DSLAM entfernt sind, desto langsamer werden Ihre Up- und Downstreams.

VDSL, LTE, Glasfaser: In ländlichen Gegenden fallen die DSL-Downloadraten noch immer bescheiden aus

Der Vorteil von VDSL ist aber klar erkennbar: Im Vergleich zu den anderen Übertragungsarten ist der DSL-Nachfahre fast überall in Deutschland verfügbar. Auch in ländlichen Gebietet wird das Angebot stetig ausgeweitet.

Platz 2: Das schnelle Funknetz LTE lässt nichts anbrennen

Beinahe jedes neue Smartphone unterstützt die neue Übertragungsart LTE (Long Term Evolution – 4G). Doch was bringt der Nachfolger des langsamen UMTS-Netzes wirklich?

  • In der Theorie lassen sich mit LTE Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload erreichen. Hierfür müssten Sie aber der einzige Mensch sein, der gerade mit dem Internet verbunden ist.
  • Die tatsächliche Geschwindigkeit richtet sich nach der Zahl der Teilnehmer einer Funkzelle. Je mehr Smartphones sich also gleichzeitig mit dem Internet verbinden, desto schlechter wird die Bandbreite.
  • Deshalb geben die großen Provider wie Telekom und Vodafone auch weitaus kleinere Angebote ab: Je nach Vertrag stehen Ihnen hier Geschwindigkeiten von 7 bis 50 Mbit/s zu. Die reale Upload-Geschwindigkeit beläuft sich dagegen auf bis zu 15 Mbit/s.
  • Meist werden Sie aber nach einem bestimmten Limit gedrosselt und müssen bis zum Monatsende mit dem langsameren EDGE-Standard zurecht kommen.
  • Der Vorteil liegt aber auch hier klar auf der Hand: Sie brauchen keine Telefonbuchse oder nervige Kabel in Ihrer Wohnung.

LTE und 4G: Mittlerweile weist mobiles Internet dieselbe Verfügbarkeit wie Festnetz auf

Aktuell werden nur in Städten Downloadraten im drei bis vierstelligen Bereich erzielt. Auf dem Land hingegen befinden sich die Downloadraten auf DSL-Niveau, also 21 bis 50 MBit/s. Bis der Übertragungsstandard flächendeckend erreichbar ist, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern.

Platz 1: Mit einer Glasfaser-Verbindung rasen Sie allen davon

Der Thron gebührt eindeutig der Glasfaser-Verbindung – zumindest in der Theorie. In der Praxis sind Glasfaser-Anschlüsse nur geringfügig schneller als LTE- oder VDSL-Verbindungen. Dennoch handelt es sich hier wohl um die Übertragungsart der Zukunft.

  • Internet per Glasfaser wird auch Fiber to the House (auf Deutsch: Glasfaser bis nach Hause) genannt. Im Labor wurden bereits Werte von 255 Terrabit/s gemessen. Doch Privathaushalte kommen wohl so schnell nicht auf diese Ergebnisse.
  • Bei den meisten Webseiten können Sie die Geschwindigkeit allerdings gar nicht nutzen, da einer einzelnen Verbindung kein so schneller Datenstrom zur Verfügung gestellt wird.
  • In der Praxis ergeben sich Downloadraten von 100 bis 1.000 Mbit/s. Die Uploadraten sind nur halb so hoch: zwischen 50 und 500 Mbit/s.

Bei Glasfaser werden Signale durch optische Fasern übertragen

In Deutschland legen aktuell nur die Telekom und einige kleine Lokalanbieter wie NetCologne, M-net sowie EWE Glasfaserkabel aus. Somit kommen nur wenige Haushalte in den Genuss des Geschwindigkeitsrausches. In der Zukunft wird die Glasfaser-Technologie aber sicherlich noch weiter ausgebaut. Erste Angebote finden Sie mit unserem DSL-Vergleichsrechner.

Im Video: Telekom rollt VDSL Super Vectoring aus

Telekom rollt VDSL Super Vectoring aus

Welche Übertragungsarten bei Ihnen zuhause zur Verfügung stehen, finden Sie über die Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie heraus. Welche Unterschiede es zudem zwischen DSL und VDSL gibt, erklären wir Ihnen in diesem Praxistipp.

(Tipp ursprünglich verfasst von: Marius Eichfelder )

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