Weizenmehl: Ungesund oder Gesund?

Ungesund ist Weizenmehl eigentlich nicht. Es hat viele Nährstoffe und lässt sich prima in Lebensmitteln verarbeiten. Manchen Menschen bereitet Weizenmehl allerdings Probleme, wenn sie bestimmte Proteine, Gluten oder aber sogenannte FODMAPS nicht vertragen.

Weizenmehl: Voller Nährstoffe – trotzdem ungesund?

Weizen essen Menschen bereits seit mehreren Jahrtausenden. Heutzutage gehört Weizen nach Mais zu den wichtigsten Getreidesorten weltweit. Und das nicht ohne Grund, denn die Körner bieten gute Nährstoffe.

  • Weizen ist ein Getreide, das voller Energie steckt. Etwa 1.400 Kilojoule spenden 100 Gramm Weizenmehl. Das meiste davon kommt aus den etwa 60 bis 70 Gramm Kohlenhydraten, vermehrt in Form von Stärke.
  • Daneben bietet Weizen noch etwa 12 Gramm Eiweiß, 1-2 Gramm Fett, 4 bis 11 Gramm Ballaststoffe. Auch Mineralien wie Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium und Phosphor sind im Weizen enthalten. Außerdem wertvolle B-Vitamine und ein wenig Vitamin E.
  • Gerade in der Vollkornvariante hat Weizenmehl den Ruf eines gesunden Lebensmittels: Randschichten und Schalenbestandteile werden hier nicht herausgesiebt. Daher enthält es mehr Ballaststoffe, aber auch mehr Mineralstoffe, und Vitamine als helles Auszugsmehl.
  • Zahlreiche Produkte enthalten Weizenmehl oder Weizenstärke. Für manchen Konsumenten kann genau diese häufige Verwendung zum Problem werden – wenn nämlich eine Unverträglichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe von Weizen besteht oder möglicherweise auch durch den häufigen Verzehr erst entsteht.

Warum Weizenmehl krank machen kann

Neben den wertgebenden Nährstoffen enthält Weizen Substanzen, die für empfindliche Personen ein Problem darstellen können. Ob Zöliakie, Allergie oder Reizdarm – wenn Sie mit einem dieser Krankheitsbilder zu tun haben, kann es sein, dass Weizen Ihnen Probleme bereitet.

  • Zöliakie ist eine Erkrankung, die sich hauptsächlich in Form einer entzündeten Darmschleimhaut zeigt. Auslöser sind in Weizen – aber auch in anderen Getreidesorten – vorkommende Klebereiweiße, die unter der Bezeichnung Gluten zusammengefasst werden.
  • Gluten löst dabei eine unangehneme Folge von Symptomen aus. Die Darmschleimhaut entzündet sich zunächst aufgrund der Zufuhr dieser speziellen Klebereiweißkomponenten. 
  • Infolgedessen bilden sich die Darmzotten zurück und die Nährstoffaufnahme ist reduziert. Gleichzeitig plagen Sie als Betroffenen heftige Bauchschmerzen und Durchfälle. 
  • Zöliakie betrifft in etwa jeden 100sten Menschen. Allerdings tritt nicht immer die sogenannte “Vollform” der Zöliakie auf, bei der es zu einer sehr ausgeprägten Reaktion mit starkem Gewichtsverlust und Durchfällen kommt.
  • Spüren Sie nur eine kaum wahrnehmbare Darmverstimmung nach dem Verzehr von Weizenprodukten, zeigen aber andere Symptome wie beispielsweise Eisenmangel, Knochenschmerzen oder Arthritis, könnten Sie von einer leichten Form der Glutenunverträglichkeit betroffen sein.
  • Ebenfalls bekannt ist, dass Menschen allergisch auf Weizeneiweiß reagieren können. Sollte dies der Fall sein, treten typische allergische Symptome auf: Bauchschmerzen, Durchfall, allergische Schwellung von Schleimhäuten oder Reaktionen der Haut sind unter anderem möglich.
  • Weizenallergie betrifft häufig Kinder. Sie tritt bei 0,3 Prozent von Ihnen auf. Dagegen sind nur 0,1 Prozent der europäischen Bevölkerung insgesamt betroffen. 

Weizenmehl steckt in vielen Gebäckstücken und Broten und gilt zum Teil als ungesund

Neue Krankmacher im Weizenmehl entdeckt

Weil es Patienten gibt, deren Darm nicht entzündlich auf Gluten reagiert, die aber dennoch Symptome zeigen, sobald sie Weizen essen, wurde nach weiteren möglichen Ursachen geforscht. Auch folgende Stoffe werden als Auslöser diskutiert:

  • Sogenannte FODMAPs (fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide and (und) Polyole). Zu diesen Stoffen zählen auch im Weizenmehl vorhandene Fruktane.
  • Wenn Sie also feststellen, dass Sie beim Verzehr von Weizenprodukten häufig Magen- oder Darmprobleme haben, gleichzeitig aber keine Allergie oder Glutenunverträglichkeit vorliegt, könnte es an den FODMAPS liegen.
  • Diese Oligosaccharide gelangen aufgrund einer anderen enzymatischen Ausstattung in Ihrem Darm als bei Durchschnittsessern unverdaut bis in den Dickdarm. Dort werden Sie dann vermehrt von Darmbakterien verstoffwechselt und sorgen für Ihre Darmprobleme. Typisch ist zum Beispiel ein fortwährender Wechsel von Durchfall und Verstopfung.
  • Ebenso verdächtigen Wissenschaftler sogenannte ATIs – Amylase-Trypsin-Inhibitoren -, die in Weizenmehl aber auch anderen Getreidesorten vorkommen, Symptome wie Durchfall oder Übelkeit oder aber Entzündungsreaktionen im Darm auszulösen.
  • Normalerweise sind diese pflanzlichen Eiweiße dafür gedacht, Fressfeinde abzuwehren und die Keimung der Saaten zu unterstützen. Im Prinzip wäre eine Unverträglichkeit auf diese ATIs also eine durchaus von der Natur gewollte Reaktion.
  • Wenn Sie Weizen nicht vertragen, sollten Sie also unter ärztlicher Betreuung der Sache genauer auf den Grund gehen. Je nach Diagnose wird auch Ihr grundsätzliches Verhalten unterschiedlich ausfallen müssen. In allen Fällen jedoch wird Ihnen der Verzicht auf Weizenmehl und -produkte daraus helfen.

Ob Gluten, ATIs, Allergie oder FODMAPs: gute Weizenmehl-Alternativen stellen wir im nächsten Praxistipp vor.

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Weizenmehl-Alternativen: Diese Mehl-Sorten gibt es

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